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Es war die schönste und tiefgehendste Reise seit langem“, so das einhellige Fazit der Landsberger Bürgergruppe, die mit vielen neuen Eindrücken von ihrem 17-tägigen Besuch der US-amerikanischen Partnerstadt Hudson, Ohio und des Ostens der USA zurückgekehrt ist. „Wir haben Amerika gesehen und hinter die Kulissen geblickt, wie es nur wenigen vergönnt ist, denn wir haben die Menschen kennen gelernt“, fasst Raimund J. Stolz vom Städtepartnerschaftskomitee und Organisator der Reise in wenigen Worten zusammen, was die Reiseteilnehmer in ihren Erzählungen zum Ausdruck bringen. So bleibt der Besuch zum 20-jährigen Geburtstag sicherlich lange in Erinnerung und wird das weitere Fortbestehen prägen.

Schleppende Einreisekontrollen
Der Aufenthalt war ein Erlebnis, auch wenn er mit Anlaufproblemen verbunden war. Denn wegen der umfangreichen und schleppenden Grenz-und Zollabfertigung (alle Koffer und Kleidungsstücke, auch die Schuhe, wurden mehrmals durchsucht, die Pässe genauestens geprüft und natürlich immer wieder die Fragen nach dem warum und wohin der Reise gestellt ) verpasste ein Teil der Gruppe in Chicago den offiziellen Weiterflug nach Cleveland, so dass Raimund J. Stolz erst um 23:00 Uhr die letzten Gruppenmitglieder am Airport in Cleveland in Empfang nehmen konnte. Seine eigenen Reiseunterlagen erhielt er im offenen Koffer von einem US-Beamten mit der Bemerkung überreicht „Sir, your suitcase“. Dies machten aber die Gastgeber durch ihre wohltuende Freundlichkeit und Gastfreundschaft wieder wett und von da an ging alles wie geschmiert und völlig problemlos.

Endlich zu Hause
Schon am nächsten Morgen Empfang in der Townhall. „The honourable Mayor of the City of Hudson“, William A Currin und Citymanager (Stadtdirektor) Michael Morton empfingen die Gruppe im Rathaus mit Kaffee und Frühstückssnacks: „Wir freuen und, dass Sie hier sind und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt“, galt der Gruß von Mayor William A. Currin der Bürgergruppe und er heftete jedem Besucher einen Hudson-Pin ans Revier. „Sie sind nun für die Zeit Ihres Aufenthaltes Bürger von Hudson“. In seiner Begrüßungsansprache bedankte er sich für den Besuch und die jahrelange Freundschaft zwischen Landsberg und Hudson und für die Pflege der zahlreichen Freundschaften. Er betrachte diese Partnerschaft als besonders wichtig, weil sie das gegenseitige verstehen fördere, so Currin. In einem kurzen Abriss stellte er den Besuchern Hudson vor und betonte „Wir sind stolz auf unsere schöne Stadt Hudson und wir wollen ein gutes Beispiel für Landsberg am Lech sein“. Und Citymanager Michael Morton erklärte in verständnisvoller Weise den Aufbau der City of Hudson.

Raimund J. Stolz, übersetzt von Ingrid K. Brock, der Organisatorin auf Hudsoner Seite, dankte im Namen der Gruppe für die Einladung und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Gruppe nun endlich zu Hause sei, denn Hudson und Landsberg seien füreinander eine Heimat weg von zu Hause – A Home away from home“, betonte er. Er erlebe dieses Gefühl nach der langen und strapaziösen Einreise besonders intensiv, so dass ihm seine Gefühle teilweise die Stimme versagen ließen. Und in Anspielung auf die Weltsicherheitslage sagte Stolz: „Sie Herr Bürgermeister, die Rät unserer Städte sowie Ihre und unsere Bürger machen mit diesen Begegnungen die beste Politik, die in dieser Zeit für die Welt gemacht werden kann, nämlich die Menschen zweier Staaten zusammen zu bringen“. Als Geschenke überreichte er Bücher über Landsberg und das Ruethenfestpuzzle für die Bücherei sowie die „Europa-Fahne mit den 12 Sternen der Gründungsstaaten, die symbolhaft für alle Länder der Europäischen Union stehen“, so Stolz. „Bei meinem ersten Besuch 1987 überreichte ich Ihnen die Bayerische Fahne, weil wir damals noch nicht das vereinte Deutschland repräsentieren konnten. Zu ihrem Stadtjubiläum 1999 konnten wir Ihnen dann die Deutschland-Fahne überreichen, weil wir da endlich vereint waren. Diese Wiedervereinighung verdanken wir insbesondere den USA. Und heute kann ich Ihnen die Europa-Fahne überreichen, weil wir heute auch als Repräsentanten von 25 europäischen Staaten da sind“.

American Way of Life
So begannen für die Besucher interessante Tage, bei denen sie das amerikanische Familienleben hautnah miterleben konnten. Für alle ist nun endlich klar, was ein echter Burger, Donat, Bagel oder Muffin ist. Und man weiß auch, dass man die Post am eigenen Hausbriefkasten auch mit einer kurzen Autofahrt von 50 Meter abholen kann: von der Garage raus zum Briefkasten, Griff durch das Autofenster in den Briefkasten und zurück in die Garage. Und bei Ausflügen nach Cleveland mit Stadtführung, in die Umgebung von Hudson zum Freiluftmuseumsdorf „Hale Farm & Village“ (Häuser von 1870 – 1920) als auch zur Millionärsvilla „Stan Hewett Hall“ (erbaut 1911 von Franklin A. Seiberling, einem Begründer der US-Gummiindustrie), nach Pittsburgh mit Besichtigung einer deutschen Brauerei und an die Niagarafälle mit Besichtigung des Old Fort Niagara und des „New York State Erie Canal“, sowie in das Amisch-County mit Besuch einer Amish-Farm und Dikussion mit dem Besitzer sowie nach Washington (manche erlebten die Generalprobe zur Beisetzung von Ex-Präsident Reagan mit) und New York City Manhattan mit Halbtagesstadtrundfahrt lernten Sie intensiv Land und Leute kennen. Und auch die Bilder der Parade anlässlich des Memorial Days in Hudson sowie die Musik der Konzerte der Hudsoner Blaskapellen, bei denen die Landsberger immer als Ehrengäste begrüßt wurden, werden noch lange vor Augen sein und in den Ohren klingen. So haben die Reiseteilnehmer Amerika auf ganz besondere Weise erlebt, viele zum ersten Mal.

Amerikanisch-bayerischer Abschied
So verging die Zeit viel zu schnell und es war fast keine Zeit zum Shopping, aber für eine neue Jeans hat es schon noch gereicht. Zum Abschluss wurde es international, denn es gab eine gemeinsame Deutsch-Amerikanische Party mit Square-Dance und bayerischen Volkstanz, zu dem die Hudsoner das Essen zu einem „Pottluck-Buffet“ und die Landsberger die Getränke beisteuerten. Einige Landsberger haben speziell für den besuch einige bayerische Volkstänze einstudiert und unter Leitung von Karl und Eva Hilz aufgeführt, und die Hudsoner tanztren fleissig mit.

Und wie es bei einem richtigen Geburtstag üblich ist – die Städtepartnerschaft wurde ja 20 Jahre alt -, gab es eine Geburtstagstorte mit dem Emblem der beiden Städtepartnerschaftskomitees, dem Hudsoner Clocktower und dem Landsberger Bayertor, gestiftet von der City of Hudson zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Landsberg am Lech und Hudson, der gemeinsam von Bürgermeister Currin, Gruppenleiter Raimund J. Stolz und der Hudsoner Organisatorin Ingrid K. Brock angeschnitten wurde.

Bei seiner Abschschlussrede freute sich Mayor William A. Currin über den gelungenen Besuch aus Landsberg und über die 20-jährige Freunschaft mit Landsberg. Er stellte in seiner Rede die große Bedeutung dieser Städtepartnerschaft heraus, bei der Menschen zueinander finden und Freunde werden, und hoffe, dass sie noch lange fortbestehen möge. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, damit dies noch lange so bleibt.

Raimund J. Stolz lud im Namen der Besucher und des Landsberger Städtepartnerschaftskomitees alle Hudsoner zum Besuch im nächsten oder übernächsten Jahr und auf alle Fälle zum 25-jährigen Jubiläum 2009 nach Landsberg ein. Er bedankte sich mit den Worten: „Ihr Land wird jährlich von vielen Touristen besucht, die aber meisten in kurzer Zeit nur sehr viele Sehenswürdigkeiten sammeln wollen. Wir wollten mehr als nur Touristen sein, wir wollten Sie, die Menschen hier in Hudson kennen lernen und Freunde werden, denn wer die Menschen eines Landes nicht kennt, hat das wichtigste versäumt. Und so danken wir Ihnen, dass Sie uns die Möglichkeit gegeben haben, durch die Aufnahme in Ihre Familien Sie und dieses Land aus einer ganz anderen, persönlichen Perspektive kennen zu lernen“. Bürgermeister Currin nahm diese Einladung gerne an und versprach bald Landsberg am Lech zu besuchen.

Nach soviel gegenseitiger Herzlichkeit war es nicht verwunderlich, dass der Abschied von Hudson schwer fiel und dass beim Abschied so manche Träne im Taschentuch versteckt werden musste.


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